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Als Corona noch eine dystopische Fantasie war / FILMKRITIK

 

Ich habe mir einen Film von 2015 ausgesucht, der aktueller nicht sein könnte. Es handelt sich um den Film "Containment". Der Thriller entsprang der Feder von David Lemon und wurde verwirklicht von Neil Mcenery-West. Zwei sehr unbekannte Namen, so wie der Cast bestehend den Hauptdarstellern Lee Ross, Sheila Reid, Gabriel Senior und einigen anderen.

Der Film handelt davon, dass mehrere Häuserblocks urplötzlich von der Regierung verriegelt werden. Die Protagonisten kämpfen sich mit allerhand Werkzeug durch die Wände. Sie erfahren, das ein hochansteckendes und hochgradig tödliches Virus ausgebrochen ist und dass die Regierung daher diese Zwangsquarantäne durchsetzt.

Der Film hat mich überrascht. Die unbekannten Schauspieler spielen ihre Rollen großartig und auch das Drehbuch ist fantastisch geschrieben und die Regie hat alles getan um den Suspense, den das Drehbuch hergiebt, perfekt umzusetzen. Der Film arbeitet mit dunklen grünlichen und körnigen Bildern und diese düstere Stimmung wird auch noch untermalt durch das sehr seltene Einsetzen von Musik. Lediglich in sehr ruhigen Momenten spielt leise Klavier- und Blasinstrument-Musik, während sehr spannende Momente mit quietschenden Tönen und rockig klingender E-Gitarren- und Trommelmusik und elektronischer Musik untermalt werden. Außerdem sorgt ein kleiner Hauch von britischem Humor für einen unterhaltungswert der den sehr finsteren und bedrückenden Film kurz aufhellt ohne seine Stimmung wirklich zu stören. Je länger der Film läuft desto intensiver fühlt man die erzeugte Spannung. Außerdem erzeugt der Film sehr viel Spannung durch seinen Realismus, vor Allem da wir ähnliches (wenn auch nicht mit einer vergleichbaren Radikalität und Gewalttätigkeit) erleben. Der Film erzeugt außerdem eine realistische Atmosphäre, dadurch, dass man stellenweise hat die Kamera wackeln lassen (was hier eindeutig ein Effekt ist und kein Ausdruck von Talentlosigkeit). Das einzige was ich dem Film leider sehr negativ anrechnen muss, ist die Tatsache, dass er oft sehr zäh ist. Manchmal dauerten Szenen einfach zu lange und der Film hatte auch ein recht maues Ende. Insgesamt ist es ein großartiger Film und wäre da nicht die Zähigkeit und das Ende, würde ich es als Meisterwerk bezeichnen. So muss ich dem Film aber "nur" 8/10 Punkte geben.

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